morgenland-news # 39  spring 2011

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~ Vortragstour ~
Erotische Selbstinszenierungen weiblicher Photo-Models im Internet

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Hamburg 4. April 2011
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Hildesheim 6. April 2011
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xDas Begehren der Venus
Strawberry Princesses

... with very special thanx to...

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Inka ° Jakob ° Valentina
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... Gefördert vom
AStA Uni Hildesheim

Link zum Centro Sociale Hamburg:
http://centrosociale.breitaufgestellt.de/


Link zur Kulturfabrik Hildesheim:

Ankündigungen & Presseschau:
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Erotische Selbstinszenierungen weiblicher Photo-Models im Internet

 

Seit den ersten Tagen der Photographie Mitte des 19. Jahrhunderts posieren Millionen von Menschen in mehr oder weniger erotischen Posen und Inszenierungen und in sämtlichen denkbaren erotischen und sexuellen Spielarten vor der Kamera. Immer wieder wurde dabei behauptet und kritisiert, das Gros der Bilder von Frauen sei mehrheitlich von männlichen Künstlern (Photographen) für männliche Betrachter gemacht. Die Rolle und die künstlerischen Beiträge der sich in Pose setzenden weiblichen Modelle und Models blieben hingegen – trotz begrüßenswerter gegenteiliger Ansätze etwa in manchen Post-Porn-Debatten – nahezu unbeachtet. Die Models sind bis heute „the most quintessential ‚other’ in art history“ (Jill Berk Jiminez).

 

In den letzten Jahren haben Erotik-Photo-Models mit Internet und Web 2. 0. jedoch unüberhörbar ihre Stimmen erhoben und die überholten Diskurse vom rein ‚männlichen Blick’, die dualistische Aufspaltung in Subjekt und Objekt und die Kritik am ‚weiblichen Blick-Objekt’ verändert. Ob Pin-Up-, Glamour-, Fashion-, Fetisch-, Alt Porn- oder Porno-Models, ob beruflich betrieben oder in der Freizeit – auffallend sind das Sprechen in der Ich-Form, die Inszenierung als Begehrenssubjekt, die Benutzung des photographischen Mittels als wandlungsfähiger Ausdruck von Persönlichkeit(en), Facetten und Begehrlichkeiten der Dargestellten.

 

M. A. Kersten Haines beleuchtet diese vielfältigen Subjektivierungsformen als „Künste der Existenz“ (Michel Foucault), das Kreieren, Inszenieren und Abfeiern von Erotik, Weiblichkeit und Schönheit (bisweilen auch von Hässlichkeit und Trash), die Rolle von Pose und Performanz, die Subjektentwürfe und die Stimmen der Models, kurz: „modeling as an art form“ (Clea Cutthroat). Kritische Diskussionen werden auch zwischen den zahlreichen Models und ihren Rezipient*innen und Fans, auf ihren Webseiten und in Model-Foren direkt ausgetragen. In Sozialen Netzwerken wie auf kostenpflichtigen Webseiten stellt sich tagtäglich die Frage, wessen Bilder es sind, für wen sie von Interesse sind, wie sie rezipiert werden und welche Bilder wie und wo transportiert und verbreitet werden.

 

Jenseits der nicht totzukriegenden Debatten über die Grenzen zwischen ‚Kunst’ und ‚Pornographie’ und der damit häufig korrespondierenden ‚Bilderfeindlichkeit’ gerade auch in akademischen Milieus möchte der Vortrag durch Zeigen verschiedener Formen erotischer ‚Alltagskunst’ den Inszenierungen und ihren weiblichen Protagonistinnen eine neue Form von Anerkennung geben.

Zusammengefasst ist Haines in der zugrundeliegenden Untersuchung über weibliches erotisches Modeling im Internet zu dem Schluss gekommen, dass es analog zu den Forderungen der Sexarbeiter*innen-Bewegung höchste Zeit ist, den Blick von den ‚Opfer-Diskursen’ hin zu einem Diskurs der Protagonist*innen zu wenden und dass die Models (mit deren Unterstützung die Studie entstanden ist) vor allem eines verdienen: Respekt.

 

Weitere Veranstaltungen in Planung. Kontakt & Anfragen: magenta.netzwerk@gmx.de



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