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THEY ARE BUYING YOUR HAPPINESS - STEAL IT!"
(Situationist International)
MORGENLAND - NEWS
# 4 Sonderausgabe Opel-tober 2004
+  FUCK HARTZ!!!  + VIVA OPEL-STRIKE!!!  +

Die (gute) alte Parole... Workers of the world- tonight!!
... kommt endlich mal wieder in Bewegung!


Wilder Streik bei Opel / Bochum!!!
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Endlich passiert mal was... und mehr als "was"... DAS:
"Happening des Jahres" (Magenta)
(bzw. "7 erhebende Tage im Oktober" (MLPD))

Magenta geht (natürlich ;-) weiter und sagt:

FUCK OPEL !!! FUCK CARS !!! FUCK POLITIK !!! FUCK GEWERKSCHAFTEN !!!
FUCK ARBEIT !!! FUCK CAPITALISM !!!
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VIVA DIE STREIKENDEN ARBEITER/INNEN IN BOCHUM & ÜBERALL !!!
GRÖSSTER WILDER STREIK IN DEUTSCHLAND
SEIT 30 JAHREN!!!
VIVA KLASSENKAMPF!!!
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Magenta scheißt dabei insbesondere auf die allermeisten StudentInnen*,  (Pseudo-) "Linken"*, "Schichten"-SoziologInnen*, hetzenden JournalistInnen *(z. B. taz (die v. 20. 10. zum Thema ist z. B. eine mittlere Katastrophe!), FAZ (s. u.), tagesschau, das gmx-magazin (hat mittels eines Ökonomie-Profs aus Hamburg (?) mehr oder weniger zum militärischen Eingreifen aufgerufen, á la Reagan i. d. USA Anfang d. 80er!!!!) und (****) alle anderen),  sämtliche Parteien*(natürlich auch die MLPD, obwohl ich ihre "Verdienste" am Streik registriere!), ArbeiterInnen-(Nicht-)Versteher*, "Anti-SexistInnen"*(gemeint: bürgerlich; ohne Klassensolidarität), "Anti-RassistInnen"*(gemeint: bürgerlich; ohne Klassensolidarität), "Anti-Deutschen"*(für die sind ArbeiterInnen "Arbeitskraftbehälter"), Gewerkschafts-"VermittlerInnen"*usw., die irgendwelche "Vorbehalte" vorschieben, und sagt:

Solidarität mit den streikenden ArbeiterInnen in Bochum und ihren UnterstützerInnen im Ruhrgebiet (vom Friseur zur Schülerin), in Rüsselsheim, Antwerpen, Wien, Brasilien, Pakistan, Japan, Philipinen, Frankreich, Spanien usw.
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Coole Sache das, was Ihr gemacht habt - vor allem, dass Ihr es gegen jeden "guten Rat" der Oben-genannten* getan habt!!!
* fuck em all!

BILD LINKS:
Einzelne kämpferische Gewerkschafter (Bild links) können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser wilde Streik ganz gut ohne die lauen deutschen Gewerkschaften klarkam, - ja zu einem großen Teil GEGEN den Widerstand und die Lügen der Gewerkschaften durchgesetzt werden mußte.
Hier ein solidarischer Kollege von Siemens Dortmund. Auf dem Schild steht:
"Auf die Pläne der Konzernbosse zur Arbeitszeitverlängerung, Flexibilisierung der Arbeitszeit, Arbeitsplatzvernichtung gibt's nur eine Antwort: STREIK!"
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BILD RECHTS:
Soli-T-Shirt der Montagsdemo Gladbeck am Werkszaun von Opel Bochum

(lustig ist, daß Magenta auch gleichzeitig volle Suppe gegen Arbeit, Autos und Arbeitsplätze ist... vermutlich haben die streikenden KollegInnen in Bochum jedoch mehr davon verstanden als sämtliche StudentInnen, JournalistInnen und Linken in D. jemals begreifen werden...
Aber auch Magenta hat so seine "kulturelle Problemchen" mit einigen der ProtagonistInnen - dennoch gilt das oben Gesagte und meine Solidarität ist bedingungslos, da ich die Streikenden & UnterstützerInnen nach ihren Taten beurteile und nicht nach "linken" Projektionen !!!!!!!!!!!!!)

Und nun endlich zum Streik =(:-) (aus verschiedenen Netzquellen collagiert von Magenta):

7 Tage wilder Streik in Deutschland!
Bochum, Do. 14. Okt. - Mi., 20. Okt. 2004 (Auswahl):
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Bürgerliche Presse am 12. Oktober 2004:
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"Wenn man alle Fakten in Betracht zieht, müßten wir Bochum schließen. Aber wie sollen wir das anfangen?" sagt ein Manager.(…) Einschnitte in Bochum gelten als hochgradig sensibel. Die Mitarbeiter haben in der Vergangenheit immer wieder ihre Streikbereitschaft bewiesen. Wegen der Vernetzung der Produktion mit anderen Werken genügt ein Ausstand von wenigen hundert Mitarbeitern, um die Fertigung von Opel in ganz Europa lahmzulegen…“
Zitat des Tages 14.10.04 aus: "Opel trägt die Hauptlast der GM-Sanierung"
Artikel in Frankfurter Allgemeine Zeitung (vom 12.10.2004, zwei Tage vor Streik-Beginn)
http://www.labournet.de/branchen/auto/gm-opel/allg/poker2004.html
Nicht das Management ist der Fehler, sondern der Kapitalismus!

Bochum, 14. bis 20. Oktober 2004: Wilder Streik in Deutschland!!!!!!!!
(Zusammenfassung & Einschätzung)
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Solidarität mit den dem «wilden Streik» bei Opel in Bochum
(Erste Zusammenfassung aus Kreisen der Zeitschrift "wildcat" und der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU vom 20.10.04)

Sieben Tage lang, vom 14. bis zum 20. Oktober, haben die ArbeiterInnen der Bochumer Opel-Werke die Produktion lahmgelegt. Mit ihren Aktionen haben sie auch die Teileauslieferung für vier weitere europäische Opel-Werke verhindert und damit die Produktionsketten völlig durcheinander gebracht. Im größten "wilden Streik" seit dreißig Jahren haben die ArbeiterInnen tagelang dem Dauerfeuer und den Einschüchterungen von Bossen, Politik, IG Metall und Betriebsrat widerstanden, die sie mit allen Tricks unbedingt dazu bringen wollten, die Produktion wieder aufzunehmen. Letztlich haben sich die erfahrenen und professionellen Abwiegeler und Abwickler aus den Reihen des DGB mit ihren Manipulationen erst einmal durchgesetzt. Trotzdem aber haben die ArbeiterInnen in Bochum mit ihren Aktionen gezeigt: es geht was und es geht so, dass es richtig weh tut!

Die Stimmung am Wochenende
Leute aus mehreren Gruppen der FAU waren in den letzten Tagen bei Opel in Bochum vor Ort, um Solidarität zu zeigen, mit den ArbeiterInnen zu diskutieren und zu erfahren, wie wir den Kampf unterstützen können. Dabei hat sich immer wieder gezeigt, dass bei vielen ArbeiterInnen ein tiefes Mißtrauen nicht nur gegen die Politiker sondern auch gegen die Gewerkschaft und den Betriebsrat besteht, die zwar vordergründig den dicken Heinz markieren aber gleichzeitig versuchen, mit allen Mitteln auf ein Ende des Produktionsstopps hinzuwirken. Gerüchte und offensichtlich ganz gezielt gestreuten Falschinformationen von Seiten der Meister und der Funktionäre gaben sich die Hand.

Trotzdem war die Entschlossenheit groß, sich nicht auf irgendwelche nichtssagenden Versprechungen einzulassen und stattdessen das einzige Druckmittel, die De-Facto-Blockade der Teileauslieferung u.a. für Antwerpen und Rüsselsheim, in der Hand zu behalten. Auf der anderen Seite war aber auch durchaus eine steigende Unsicherheit spürbar, wie es weitergehen soll, wenn man nicht nur die Geschäftsleitung sondern auch den Betriebsrat und die Gewerkschaft gegen sich hat.

Dienstag - Die Inszenierung sickert durch
Gegen Abend (nach dem europa- bzw. weltweiten Aktionstag und der Großdemo im Ruhrgebiet; Anmerkung Magenta) sickerte durch, wie Betriebsrat und Gewerkschaft die Belegschaftsversammlung am nächsten Tag organisieren wollen. Weitab vom Werk, mit lediglich zwei Redebeiträgen, in denen Stimmung für die Wiederaufnahme der Produktion gemacht werden soll und ohne jede Möglichkeit der Diskussion. Stattdessen: Geheime Abstimmung über das Ende der Kampfmassnahmen. Einige haben Tränen in den Augen vor Wut und Enttäuschung, andere lachen und wollen diesem Gerücht nicht glauben. "Das war es dann wohl!" meint jemand.

Mittwoch - Alles unter Kontrolle
Schnell zeigt sich, dass die Informationen vom Vorabend kein Gerücht sondern Fakten waren. In der viel zu kleinen Halle auf dem Podium der BR-Vorsitzende Hahn und der IG Metall Funktionäre Hinse. Um das Podium Trauben von Werkschutz und Security. Security auch am Eingang. Sie machen rigide Kontrollen, wer raus geht rauchen, kommt nicht wieder rein. In den vorderen Reihen hauptsächlich Gefolgsleute des Betriebsrats. Reden dürfen nur die beiden Funktionäre. Danach wird sofort der vorbereitete Antrag den sie zur Abstimmung vorgelegt. Der läuft auf eine glatte Erpressung der Belegschaft hinaus: "Soll der Betriebsrat die Verhandlungen weiterführen und die Arbeit wieder aufgenommen werden? Ja oder nein?" Viele müssen drei mal überlegen, bis sie verstanden haben, was passiert. Weitere Verhandlungen nur, wenn die Belegschaft vor Gewerkschaft, Betriebsrat und Bossen kuscht und ihr einziges Druckmittel aus der Hand gibt.

Die Abstimmung ergibt eine Mehrheit für die Wiederaufnahme der Produktion. Rund 4.600 ArbeiterInnen sind dafür, knapp 1.800 dagegen. Ausserdem gibt es eine Menge Enthaltungen und ungültig gemachte Stimmzettel. Viele sind erst gar nicht zu dieser Farce erschienen. Die IG Metall wird später am Tag die Falschinformation verbreiten, es hätten sich 6.400 Arbeiter für die Wiederaufnahme der Produktion ausgesprochen, die dann auch sofort von eingen Nachrichtenagenturen aufgegriffen und verbreitet wird. Scheinbar ist den hauptamtlichen Abwicklern nicht so recht geheuer, dass trotzdem immer noch rund ein Drittel der ArbeiterInnen die Aktionen fortsetzen wollten. Obwohl sie dann keinen Pfennig Kohle gesehen hätten und mit Sicherheit die Repressalien eingesetzt hätten.

Und jetzt?
Über das, was jetzt kommt, herrscht absolute Unsicherheit. Die Stimmung ist mies, die Belegschaft gespalten. Also genau das, was die professionellen Verhandler brauchen, um Belegschaften halbwegs ungestört abwickeln zu können. Es kann aber auch sein, dass es bei einem absehbaren miesen Verhandlungsergebnis wieder zu spontanen Aktionen kommen wird. Dass sie das können, haben die ArbeiterInnen ja gerade gezeigt. Beim nächsten Mal wird allerdings die Werksleitung besser vorbereitet sein. Nachdem sie davon überrascht worden ist, wie schnell ihre "atmende Fertigung" auf europäischer Ebene soeben den Keuchhusten bekommen hat, wird man versuchen, in den nächsten Wochen Lager anzulegen, um einen erneuten Produktionsstillstand ins Leere laufen zu lassen. Manche Chancen bekommt man nur einmal und dann so schnell nicht wieder.

Es hat gesessen!
Eines jedenfalls haben die 7 Tage von Bochum gezeigt. Die Angst vor einem Wilden Streik, vor einem eventuellen Kontrollverlust der Befriedungsagenturen Betriebsräte und sozialpartnerschaftlicher Gewerkschaft sitzt tief bei Wirtschaft, Politik und veröffentlichter Meinung. Jede Regung hinter und vor den Toren der Bochumer Fabriken war tagelang Topthema in den Medien, Gegenstand von Eilmeldungen, wütendem Gekeife der Arbeit"geber"verbände, Erklärungen von Ministern und Parlamenten. Die Bochumer Opel-ArbeiterInnen haben mit ihrer Aktion ans Licht gebracht, was tatsächlich wehtut und wovor das System Angst hat. Direkte Aktionen mit konkreten Störungen des reibungslosen Betriebes. Nicht zuletzt deswegen haben viele Leute voller Hoffnung nach Bochum geschaut und tun es immer noch. Weil noch nicht aller Tage Abend ist.
(Quelle: http://www.fau.org/artikel/art_041018-162121)

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Solidarität (auch) bei Opel / Rüsselsheim
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19.10.04 - 19.00 Uhr: Rüsselsheim - Stürmischer Applaus für Ankündigung, dass Produktion nicht mehr aufgenommen wird

Rüsselsheim: Das Motto der Frühschicht lautete: "Um 10 Uhr die Maschinen aus - um 11 am Adam-Opel-Haus." Zur dortigen Kundgebung kam (...) nicht nur die komplette Frühschicht, sondern es kamen auch die Azubis und die Kollegen der Spät- und Nachtschicht bei Opel Rüsselsheim. Es waren (...) Delegationen aus einer Reihe Metallbetriebe (...) Darmstadt anwesend, ebenso Delegationen der Montagsdemonstrationen von Frankfurt, Darmstadt und Rüsselsheim. Viele ver.di-Fahnen waren zu sehen, Plakate, Transparente und Flugblattverteiler von Bir Kar, DIDF, DKP, MLPD.

Schon vor dem offiziellen Kundgebungsbeginn standen Tausende auf dem Platz. Die Rüsselsheimer Montagsdemo begrüßte über ihren Lautsprecher-Bollerwagen die Teilnehmer und organisierte ein offenes Mikrofon (...). Mit Trommeln, Rasseln und Transparenten marschierten die Opel-Kollegen vom Werk zum Adam-Opel-Haus. (...)
Aber die Haltung bei einem großen Teil der Kollegen ist noch nicht ausgeräumt, dass das skrupellose GM-Management egal welchen Standort zumachen könnte und "wir da nichts dran ändern könnten".

Mittlerweile war die Kundgebung auf ca. 20.000 angewachsen. Gesamtbetriebsrats-Chef Klaus Franz versuchte auf eine "intelligente Taktik" zu orientieren, die "kämpfen und verhandeln" vereinbare. Er und alle anderen ernteten immer dann viel Applaus (...), wenn es um den internationalen Zusammenhalt und gegen die Standort-Konkurrenz ging. Besonderen Applaus gab es für die Eisenacher Delegation und die Meldung, dass sich drei brasilianische GM-Werke aus Solidarität den europäischen Streikenden angeschlossen hatten! In einer machtvollen Demo ging es durch die Innenstadt zum Opel-Hauptportal. Dort wurde unter stürmischem Applaus verkündet, dass die Arbeit nicht wieder aufgenommen wird. Das war ein Zugeständnis an die kämpferische Richtung in der Belegschaft (...).

Eine klare Schwachstelle ist, dass nicht sofort Streikposten für die Tore organisiert wurden. Erst nach dem Demo-Abschluss (...) wurde bekannt, dass die Ausbilder die Azubis verdonnert hatten, von 14.00 bis 16.00 Uhr wieder am Ausbildungsplatz zu erscheinen. (...) Aus verschiedenen Abteilungen wollen Kollegen eine Mahnwache am Hauptportal durchführen, andere wollen einen Besuch in Bochum organisieren.
(Quelle: rf-news (MLPD))

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Internationale Reaktionen
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Opel-Streik
(von Translator - 17.10.2004 18:28)

Der Streik bei GeneralMotors/Opel in Bochum sorgt auch anderswo in Europa für Aufsehen - so auch (...) in London. GM Europe Works Council (heisst sowohl Kollegen als auch Betriebsräte) erklären nun den 19.Oktober zum Aktionstag gegen den Stellenabbau bei GM in Bochum. Im Folgenden eine Übersetzung des Artikels
"GM strike - Tues 19 October - European day of solidarity action", der (...) auf Indymedia.UK erschien:

"Während einige Teilnehmer des ESF (Europäisches Sozialforum; Magenta) in London sich auf Machtkämpfe oder das Küssen von Labour-Hintern konzentrieren, entschieden sich Arbeiter der Autoindustrie in Deutschland für einen inoffiziellen ("wilden") Streik und warten nun auf Eure Solidarität.
Der Ankündigung des GM-Vorsitzenden Fritz Henderson, 12.000 Arbeitsplätze in ganz Europa -darunter auch in Großbritannien- abzubauen, brachte Bochumer Opel-Arbeiter dazu, ihre Arbeitsplätze zu besetzen, die Arbeit niederzulegen oder sich außerhalb zu versammeln, bzw. die Tore zu besetzen/blockieren.
Die Streikenden werden kein Geld erhalten, aber nicht wegen der Bosse. Da die Gewerkschaften sich weigern die "Wildcat"-Streiks(engl. für "wilder Streik"; Magenta) als offizielle Streiks anzuerkennen, wird niemand Streikgeld von den Gewerkschaften erhalten. Das Sekretariat der General Motor-Arbeiter erklärte den nächsten Dienstag (19. Oktober; Magenta) zum europäischen Aktionstag, an dem Arbeiter in Deutschland, Großbritannien und Schweden dazu aufgerufen werden, sich zu beteiligen.
Während dies geschrieben wird, entschieden sich die WildCat-Streikenden, ihre Aktionen am Montag fortzusetzen. Dann wird eine neue Entscheidung abgestimmt. Der Streik bekommt Unterstützung von Bürgern und Arbeitern anderer Sektoren. Der traditionelle Sonntagsspaziergang brachte viele zu den Fabriktoren. Lokale Läden spendeten Essen, Geld wird gesammelt.
Die Gewerkschaftsführer -hinter den Vorhängen(?)- wollen den Streik beenden, auch weil der Produktionsstillstand nicht nur die Bosse Millionen am Tag kostet; der Streik unterminiert auch die regierenden Sozialdemokraten, welche aufgrund der Kürzungen im Gesundheits- und Sozilabereich an Zustimmung verloren haben.
Alle Tore der Bochumer Fabriken sind blockiert. Kein Material kann zu anderen GM-Fabriken geliefert werden. Mit dem Beginn der Montagsschicht wird dies zu Engpässen in europäischen Fabriken der GM-Group führen, deren Produktion wird herabgesetzt oder vollkommen gestoppt(ist dann genau so geschehen; Magenta).
Auch Opel-Zulieferer, wie Johnson Controlls, haben ihre Produktion gestoppt, als aus Bochum keine neuen Teile angefordert wurden.
Büroarbeiter/Verwaltungsarbeiter ("White collar managent men") haben bisher den Transport von Teilen aus der Fabrik heraus verhindert. Die Polizei wurde in der Nähe der Fabrik gesehen, aber hat erklärt, sich aus dem Konflikt herauszuhalten.
Die Gewerkschaft der deutschen Industriearbeiter, IG Metall, sieht sich mit Aktionen konfrontiert, wie sie bei GM zuletzt 1998 auftraten, als ein wochenlanger Streik in Michigan (der ernsthafteste Streik in den USA seit 30 Jahren), 26 von 29 GM-Produktionsstätten anhielt."
(Quelle: indymedia deutschland; Übersetzung leicht nachgebessert von Magenta)

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Internationale Solidarität II
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Unter den Hunderten von Solidaritätserklärungen, die noch bearbeitet werden müssen, befinden sich welche von SUD rail und SUD chimie (Frankreich), UAW, Toyota Philipinen und Japan, Honda und Toyota sowie APFUTU in Pakistan, DC (vermutlich Daimler Chrysler gemeint) Stuttgart, Kassel, Bremen, Berlin und Düsseldorf, Opel Zaragoza, KCTU/ETU-MB, Comite Nacional del Sindicato Vasco ESK, Amicus/UK, Intersindical de Aragón, (CAF, Balay-Siemens,Valeo Termica y CATA)…
http://www.labournet.de/branchen/auto/gm-opel/bochum/index.html
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Berichte & Kommentare
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Trotz eindeutigen Votums: Abstimmung spaltet die Opel-Belegschaft.
Bericht von Jörn Sucher bei Spiegel online vom 20. Oktober 2004 (Auszug)
„…Doch ebenso schnell wie die Abstimmung beendet ist, kommt harsche Kritik bei einigen Opel-Arbeitern auf. "Das war nicht korrekt, nicht demokratisch", sagt Jürgen Rosental unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses. "Wir hatten keine Möglichkeit zu diskutieren oder zu reden", sagt auch Vertrauensmann Uli Schreyer. Vom Werksschutz sei das Rednerpult abgeschirmt worden, an dem der Betriebsrat über die Abstimmung informierte. "Eine demokratische Entscheidung sieht für mich anders aus", sagt der Opel-Mitarbeiter. (…) "Das war nicht eindeutig, viele waren verwirrt und haben geglaubt, sich mit einem weiteren Protest auch gegen weitere Verhandlungen auszusprechen", sagt Vertrauensmann und Opel-Mitarbeiter Andreas Felder. Opel-Werker Rosental sekundiert: "Natürlich wollen die Leute verhandeln. Aber dass deswegen die Blockade beendet wird, steht auf einem anderen Blatt." (..,)Standorterhalt und der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen waren die Forderungen der Belegschaft. "Kündigungen sind mit Sicherheit nicht vom Tisch", sagt Hahn. Gleichzeitig droht der Betriebsrat dem Management, die "Informationsveranstaltung" wieder zu beleben (spielt darauf an, daß die OpelianerInnen ihren wilden Streik als mehrtägige "Informationsveranstaltung" des Betriebsrates "getarnt" haben ;-); Anmerkung: Magenta), sollten die Einschnitte zu massiv ausfallen….“
http://www.labournet.de/branchen/auto/gm-opel/bochum/index.html
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 20.10.04 - 13.45 Uhr: Opel Bochum: Arbeitskampf (vorerst) beendet

Inzwischen wurde das Abstimmungsergebnis der Betriebsversammlung bekannt: 1.759 Stimmen wurden für eine Fortsetzung des Streiks abgegeben, 4.647 Stimmen für weitere Verhandlungen bei gleichzeitiger Wiederaufnahme der Arbeit. 750 haben sich enthalten. (...) Viele sind sauer und wütend über Durchführung der Versammlung. Die streikenden Arbeiterinnen und Arbeiter hatten keine Möglichkeit zur Aussprache - und das bei einer Betriebsversammlung. Wie schlecht müssen die Argumente derjenigen sein, die eine solche Diskussion von vornherein verhindern. Die Betriebsratsspitze wollte gestern schon ganz auf eine Belegschaftsversammlung verzichten. Nur auf den Druck der Streikenden gab es überhaupt eine Versammlung.

Trotz Hetze gegen den Streik, Druck aus den Medien, von bürgerlicher Politik und GM-Managern haben 25 Prozent der Kollegen für eine Fortsetzung des Streiks ohne Wenn und Aber gestimmt.
(...) Die Belegschaft stand sieben Tage geschlossen im Kampf - diese Erfahrung der eigenen Stärke kann der Belegschaft niemand mehr nehmen. Sie bilden einen wichtigen Grundstein für künftige Klassenauseinandersetzungen. Dazu gehört auch die Erfahrung mit der Art und Weise der Durchführung der Abstimmung durch die Betriebsratsspitze. So mussten sich die Arbeiter zu folgender Frage äußern:

"Soll der Betriebsrat die Verhandlungen weiterführen und die Arbeit wieder aufgenommen werden? Ja oder nein?"

Darüber sind viele Kollegen empört. Mit dieser Frage wird die Meinungsbildung extrem eingeschränkt, weil der Standpunkt: Streik fortsetzen und weiter verhandeln überhaupt nicht zum Ausdruck gebracht werden kann. (...)

Die Motive der Kollegen, die für die Wiederaufnahme der Arbeit gestimmt haben, sind unterschiedlich. Manche waren vor allem dafür, jetzt wieder zu arbeiten, andere hätten den Streik zwar fortgesetzt, wollten aber vor allem Verhandlungen. Sicher spielte auch der finanzielle Druck inzwischen teilweise eine Rolle. (...).
Der Kampf gegen die Ausbeutungsoffensive geht jetzt in die nächste Runde. Die Ausgangslage (...) für die kommenden Auseinandersetzungen hat sich nach diesen denkwürdigen sieben Tagen im Oktober erheblich verbessert."
(Quelle: rf-news (MLPD))

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Das Opel Desaster
Kommentar von Egon W. Kreutzer vom 21.10.2004 (Auszug):
 „…Noch einmal werden es die Gewerkschaftsbosse nicht schaffen, ihre Mitglieder aus einem erfolgversprechenden Arbeitskampf zurückzupfeifen. Die Bochumer Stimmzettel lassen sich nur einmal verwenden. Der Druck auf die Bevölkerung wächst. Und mit dem wachsenden Druck wird für alle immer offensichtlicher, dass es nicht der Einzelne ist, der aus eigenem Verschulden in eine prekäre Situation geraten ist, sondern dass ganze Bevölkerungsschichten, ganze Stadtteile und Regionen in atemberaubendem Tempo um Einkommen, Besitz und Zukunft gebracht werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis alle Propaganda nicht mehr in der Lage sein wird, der offensichtlichen, mit allen Sinnen erlebbaren Realität, das Bild jener heilen Welt entgegenzustellen, das Arbeitnehmer und Arbeitgeber zeigt, wie sie in einem gemeinsamen Boot gemeinsam Kurs auf eine bessere Zukunft nehmen….“
http://www.labournet.de/branchen/auto/gm-opel/bochum/index.html
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Magenfrage. Opel-Bochum arbeitet wieder
Kommentar von Arnold Schölzel in junge Welt vom 21.10.2004 (Auszug):
 „…Der »Rheinische Kapitalismus« ist tot. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dann hat die einwöchige Arbeitsniederlegung im Bochumer Opel-Werk ihn geliefert. Die völlige Gleichgültigkeit der Chefetagen gegenüber der Verzweiflung, die viele Streikende beherrschte, besiegelt einmal mehr das Ende aller Märchen von Sozialpartnerschaft und Kuschel-BRD. (…) Überraschungen wie der Streik bei Opel können sich nur häufen.“
http://www.labournet.de/branchen/auto/gm-opel/bochum/index.html
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Magenta's Kommentar zu den Wilden Streiks:
WORKERS OF THE WORLD - TONIGHT!!!
Der wilde Streik der Opel-ArbeiterInnen in Bochum hat all die Dummschwätzer Lügen gestraft, die in den letzten Jahren von der "Integration der Klassen", der "Schichtengesellschaft" Deutschland, dem "Ende des Klassenkampfes" und dergleichen mehr gefaselt haben. Sie hat die kruden Kapitalismus-Theorien von ProfessorInnen (Viva la Neoliberalismus; "Dienstleistungsgesellschaft" etc. ff.), StudentInnen (Arbeiter sind dumm!), Autonomen (Arbeiter sind Rassisten), Anti-Deutschen (mental integrierte "Arbeitskraftbehälter"), Feuilleton ("Ende des Klassenkampfes"...), Gewerkschaften ("Bündnis für Arbeit", "Sozialpartnerschaft") und Politik ("Standort Deutschland") ad absurdum geführt - und das ist gut so!
Natürlich ging es vorrangig um (vergleichsweise "gut" bezahlte) Arbeitsplätze und damit um die Möglichkeit, sich finanziell über Wasser zu halten (oder dem Hartz-Horror mit 1 Euro-Jobs und Ämter-Terror zu entrinnen). Aber auch "zu Marx' Zeiten" drehte sich der Klassenkampf um den Lebensstandard der ArbeiterInnen. Wenn die Forderungen der Bochumer OpelianerInnen vergleichsweise defensiv erscheinen, liegt es daran, das die Klasse (also "wir") tatsächlich in der Bredouille stecken. Umso wichtiger, daß in Bochum endlich in die Offensive gegangen wurde. Zumal es zwar (so sehr stecken wir alle im Schlamassel der Defensive) nicht um Arbeitszeitverkürzung ging (Magenta's Lieblingsforderung), aber immerhin gegen ARBEITSZEITVERLÄNGERUNG (die ja als Möglichkeit der "Standortsicherung" von Konzern, Politik und Gewerkschaften anvisiert ist). Beeindruckend auch, daß sich die Streikenden gegen die Hetze der Medien, Gewerkschaften, Politik & Bosse selbst organisiert haben und der Standortkonkurrenz durch den Aufruf zum gemeinsamen Kampf eine Absage erteilt haben.
Trotz aller (v. a. lokalen und globalen) Solidarität, die den OpelianerInnen widerfahren ist - ich finde es erschreckend und peinlich, wie wenige Unterstützungsaktionen / - streiks (in Doitschland) es in den letzten Tagen gegeben hat. Möge die Flamme zum Flächenbrand werden!
Arbeit ist scheiße - wilde Streiks sind Zucker!
Laßt die ArbeiterInnen in Bochum mit dem Kapitalismus nicht alleine!
Seht zu, was Ihr selbst beitragen könnt!
Workers of the world - tonight & tomorrow: STRIKE!
Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten.
P.S.: Wer mal was Aktuelles lesen will: www.marxists.org
und: Guy Debord: Die Gesellschaft des Spektakels

Weitere, aktuelle Infos auf:
http://de.indymedia.org

http://www.labournet.de

http:und (vermutlich ausgearbeiteter) demnächst auf:
http://www.wildcat-www.de
 

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