im Seminar „Liebeskonzeptionen“ (SS 2002)
- für Filomena und Abousoufiane -
Aufgabe:
Arthur
Schnitzlers „Traumnovelle“. Die Protagonisten Fridolin und Albertine werden
aus der gewohnten Bahn ihrer Ehe geworfen. Wie reagieren beide auf das
wechselseitige Eingeständnis einer herbeigesehnten bzw. imaginierten
Untreue?
Bereits
die eigentlich unbedeutenden und folgenlos bleibenden, jedoch erotisch-konnotierten
Begegnungen auf dem gemeinsam besuchten Maskenball sind für die Protagonisten
Albertine und Fridolin Anlaß genug, den Vorabend so schnell wie möglich
Revue passieren zu lassen. Die Ehepartner haben es, nachdem das gemeinsame
Kind ins Bett gebracht wurde, sogar überaus „eilig“ (Schnitzler:
Traumnovelle,
a. a. O., S. 11; im Folgenden werden hierzu nur noch die Seitenzahlen genannt),
„ihre
vor dem Abendessen begonnene Unterhaltung über die Erlebnisse auf
der gestrigen Redoute wiederaufzunehmen“ (ebd.). Denn nachdem sie ihr
„Tagewerk vollendet“ (S. 12) haben, kehrt die Erinnerung an die
nicht ausgelebten Möglichkeiten, an die potentiellen Bereitschaften,
die kleinen Flirts des Vorabends zurück. Diese Erinnerungen an „jene
unbeträchtlichen Erlebnisse waren mit einemmal vom trügerischen
Scheine versäumter Möglichkeiten zauberhaft und schmerzlich umflossen“
(S. 13). Obwohl also im Grunde nichts Ernsthaftes vorgefallen war, ja der
Abend für das Paar in einer „schon lange Zeit nicht mehr so heiß
erlebten“ (S. 12) gemeinsamen Liebesnacht geendet hatte, verhalten
sich Albertine und Fridolin schon in dieser Situation wie ein eifersüchtelndes
Pärchen, welches sich gegenseitig Vorhaltungen macht:
„Harmlose
und doch lauernde Fragen, verschmitzte, doppeldeutige Antworten wechselten
hin und her; keinem von beiden entging, daß der andere es an der
letzten Aufrichtigkeit fehlen ließ, und so fühlten sich beide
zu gelinder Rache aufgelegt“ (S. 13).
Was
als Geste des Vertrauens in Form einer Aussprache begonnen hat, schlägt
um in einen Konflikt. Als ginge es nur darum, den anderen zu verletzen,
übertreiben sie in ihren Darstellungen der ihnen „unbekannten Redoutenpartner(n)“
(ebd.), ziehen sich auf, verleugnen die eigene Eifersucht, bevor sie schließlich
ernsthafter und ehrlicher „über jene verborgenen, kaum geahnten
Wünsche, die auch in die klarste und reinste Seele trübe und
gefährliche Wirbel zu reißen vermögen“ (ebd.), zu sprechen
beginnen. Schon zu diesem Zeitpunkt ist nämlich offensichtlich, daß
jenseits der Tatsache der Liebe zwischen Fridolin und Albertine auf der
einen Seite und jenseits ihres geregelten, von Arbeits- und Elternpflichten
geprägten Ehealltags auf der anderen ein Begehren besteht,
welches in der Lage ist, das gewohnte gemeinsame Leben ins Wanken zu bringen:
„Denn
so völlig sie einander in Gefühl und Sinnen angehörten,
sie wußten, daß gestern nicht zum erstenmal ein Hauch von Abenteuer,
Freiheit und Gefahr sie angerührt; bang, selbstquälerisch, in
unlauterer Neugier versuchten sie eines aus dem andern Geständnisse
hervorzulocken und, ängstlich näher zusammenrückend, forschte
jedes in sich nach (...) einem Erlebnis, so nichtig es sein mochte, das
für das Unsagbare als Ausdruck gelten, und dessen aufrichtige Beichte
sie vielleicht von einer Spannung und einem Mißtrauen befreien könnte,
das allmählich unerträglich zu werden anfing“ (ebd.).
Zögerlich
gestehen sie sich also auch kleinste Geheimnisse aus der Zeit ihres gemeinsamen
Urlaubs in Dänemark im vergangenen Sommer. Geheimnisse, deren hervorstechendstes
Merkmal die nun ans Tageslicht beförderte Bereitschaft der miteinander
Verheirateten ist, mit einer fremden - ja, wildfremden - Person den Treue-Schwur
von Ehe und monogamer Beziehung zu brechen. So weiß Albertine von
einem attraktiven Mann mit gelber Handtasche zu berichten, der mit den
Protagonisten das Hotel teilte. Dieser übte - wenngleich die beiden
nicht ein einziges Wort, wohl aber Blicke, gewechselt hatten - eine ungeheuerliche
Ausstrahlung auf Albertine aus, sie war „bewegt wie noch nie“ (S.
14), ja „traumverloren“ (ebd.). Fridolin hatte am dänischen
Strand eine aufreizende Begegnung mit einem Mädchen von etwa fünfzehn
Jahren mit „zarte(r) Brust“ (S. 16) und „junge(m) schlanken Körper“
(ebd.), dem er „mit halboffenen Lippen und flimmernden Augen“ (ebd.)
gegenüberstand. Auch wenn es in beiden Fällen aus eher zufälligen
Gründen zu keinerlei körperlichem Zusammenspiel kam - beide Ehepartner
wären dazu bereit gewesen. Albertine versteigt sich sogar zu der Äußerung,
ein Wink jenes Herrn hätte genügt, um Fridolin, ihr Kind und
die gemeinsame Zukunft „hinzugeben“ (S. 14), sie „hätte
nicht widerstehen können“ (ebd.) und „glaubte (s)ich (...)
so gut wie entschlossen (...) aufzustehen, an seinen Tisch zu treten und
ihm zu sagen: Da bin ich, mein Erwarteter, mein Geliebter, - nimm mich
hin“ (S. 14 f.). Auch Fridolin ließ die Gelegenheit nicht etwa
„aus Rücksicht, aus Gehorsam, aus Ritterlichkeit“ (S. 16) verstreichen.
Weder die Tatsache des beinahe kindlichen Alters des Mädchens noch
die Beziehung zu Albertine hätten ihn wohl aufhalten können,
nein, allein weil er „unter ihrem letzten Blick eine solche, über
alles je Erlebte hinausgehende Bewegung verspürt hatte“ (S. 17),
die ihn an den Rand einer „Ohnmacht“ (ebd.) trieb, verließ
er den Strand und kehrte zu seiner Frau zurück.
Nach diesem beiderseitigen Eingeständnis kommt es nicht zu einer grundsätzlichen Analyse, woher dieses Verlangen nach Abenteuer, Aufregung und Spannung rührt. Weder die Ehe noch die Liebesbeziehung - schon gar nicht der von Arbeit, Kindererziehung und gesellschaftlichen Verpflichtungen geprägte Ehealltag - werden hinterfragt, aufgebrochen oder den Bedürfnissen angepaßt; - dies bedürfte freilich nicht nur einer (tiefen-) psychologischen Analyse, sondern auch einer In-Frage-Stellung des gesamten bürgerlich-kapitalistischen Lebens und der damit verbundenen Werte, in dem die beiden leben und wohl auch gefangen sind.
Vielmehr
einigt sich das Paar auf eine rein formale, ‚reformistische’ Lösung:
„‚Wir wollen einander solche Dinge künftighin immer gleich erzählen‘“
(S. 17), schlägt Albertine vor. Doch schon die darauf folgende Rückerinnerung
an Altbekanntes, nämlich an die einfache Tatsache, daß Fridolin
vor der Beziehung mit Albertine bereits andere Partnerinnen hatte, wird
für sie zum Anlaß erneuter Unruhe und Fridolin, dem vermutlich
bewußt ist, daß diese Frauen keinerlei Gefahr mehr für
die Beziehung zu Albertine darstellen, beginnt sich zu ärgern, sie
überhaupt eingeweiht zu haben in Dinge, die „er lieber für
sich hätte behalten sollen“ (S. 17). Die Einigung auf Ehrlichkeit
steht also auf tönernen Füßen. Denn ein bloßes Geständnis
des Begehrens einer dritten Person verhindert noch lange nicht, daß
die Partner sich damit verletzen, in ihrer Ehre und ihrem Selbstbild kränken
und das Vertrauen zueinander erschüttern können. Auf diese Weise
demontieren die beiden gegenseitig ihr Selbstwertgefühl. Wichtig ist
jedoch zu betonen, daß Schnitzler in seiner ganzen Novelle niemals
einen Zweifel an der Liebe der beiden Protagonisten zuläßt,
an der „Intaktheit der affektiven Basis der Beziehung, ein grundsätzliches
Einverständnis, das noch in den kritischsten Momenten unerschüttert
ist“ (Hartmut Scheible: Nachwort, in: Schnitzler, a. a. O.,
S. 112; im Folgenden: Scheible, a. a. O.). In der literarischen Form der
Novelle wird „auf die intakte affektive Basis selbst dann noch (...)
verwiesen, wenn diese den Gestalten selbst abhanden zu kommen droht; die
zahllosen Entsprechungen, Parallelismen und Verweise in der Novelle (...),
in der es kein Handlungselement gibt, das isoliert bliebe, stehen für
den immer vorausgesetzten Zusammenhalt der Gestalten. Einmal verloren,
wäre er durch keine noch so aufrichtige ‚Aussprache‘ zu restituieren“
(ebd., S. 112 f.).
Der
Arbeitsalltag zwingt Fridolin mitten in dieser Situation gegenseitiger
Verletzungen seine Partnerin verlassen zu müssen. Immer wieder stellt
Schnitzler - zu Recht - den Alltag gegen die Leidenschaft („Ein grauer
Morgen weckte sie allzubald“, S. 12) und die von (Arbeits-) Pflichten
geprägte bürgerliche Welt als Feind einer Entfaltung von Liebe
und Verlangen dar. Vordergründig sieht es auch hier so aus, als sei
es allein die berufliche Verpflichtung, die Fridolin dazu veranlaßt,
zu gehen („Ich muß wohl“, sagt er; S. 19). Doch bald wird
klar, daß sich Fridolin treiben läßt in eine Situation,
in der er bereit scheint, sich auf fast alles einzulassen, nur um vor dem
mittlerweile krisenhaften Ehealltag fliehen zu können und nicht zurückkehren
zu müssen. Hier reiht sich endlich die ursprünglich (zumindest
subjektiv) aus Liebe und ‚freiwillig’ eingegangene Ehe mit ihrem, die materialistischen
Hintergründe ausblendenden, romantischen Versprechen nahtlos und folgerichtig
in die gesellschaftlichen Normen und Zwänge ein, die der Leidenschaft
den Garaus machen. Ausgerechnet der Arbeitszwang wird dann wie so oft zur
Ausrede und gar zur Fluchtmöglichkeit. Denn immerhin kann sich Fridolin
bei seiner Arbeit der Gattin entziehen und Kontakte mit anderen Frauen
unterhalten - eine Möglichkeit, die Albertine als Frau in einer patriarchalen
Gesellschaft, die ihr einzig die Rolle als Mutter und Hausfrau zugesteht,
umgekehrt freilich nicht hat.
Fridolin
nutzt in der Folge diese relative Freiheit eines Mannes bürgerlicher
Provenienz. Da ist die schon länger mit mittelmäßigem Interesse
betrachtete Tochter des soeben verstorbenen Hofrates, Marianne, von der
Fridolin schon lange angenommen hatte, „daß sie in ihn verliebt
war oder sich einbildete, es zu sein“ (S. 25), die ihn in einer völlig
skurrilen Situation (der tote Vater liegt im Zimmer, ihr zukünftiger
Ehemann und die Verwandtschaft werden gleich eintreffen) anfleht, in seiner
Nähe bleiben zu können und ihm ihre Liebe gesteht. Damit befriedigt
sie weniger Fridolins sexuelle, denn seine Rachegelüste an Albertine:
„Im selben Augenblick, er wußte nicht warum, mußte er seiner
Gattin denken. Bitterkeit gegen sie stieg in ihm auf und ein dumpfer Groll
gegen den Herrn in Dänemark “ (S. 25). Entscheidend dürfte
für Fridolin nicht die reale Option einer Beziehung oder gar Ehe mit
Marianne sein, sondern das beruhigende Gefühl, begehrt zu werden und
Alternativen zu Albertine auf der Hand zu haben; Handlungsoptionen jenseits
der als eingefahren und krisenhaft empfundenen Ehe.
Während
diese Szene einen Hauch von Nekrophilie verströmt, wird Fridolin bei
seinem folgenden nächtlichen Umherschweifen[1]
seiner prinzipiellen Freiheit und Jugendlichkeit gewahr:
„Und
er freute sich, daß er noch lebte (...); ja daß er noch mitten
in seiner Jugend stand, eine reizende und liebenswerte Frau zu eigen hatte
und auch noch eine oder mehrere dazu haben konnte, wenn es ihm gerade beliebte“
(S. 27 f.).
Fridolin
sehnt sich nach einer Freiheit von Verantwortung, die er als Vater, Arzt
und Ehemann nicht ausleben kann.
Doch
selbst eine halbzufällige Begegnung mit einer jungen Prostituierten
namens Mizzi, der er neugierig in ihre Wohnung folgt, bleibt trotz grundsätzlicher
Bereitschaft sexuell folgenlos. Zunächst ist es die Angst vor Krankheit,
die ihn Zurückhaltung üben läßt, doch letztlich ist
es Mizzi, die Fridolins dann doch über die Vernunft siegendes Begehren
(s. S. 33 oben) aufgrund seines ihr gegenüber achtungsvollen Umgangs
verantwortlich zurückweist: „Du hast ganz recht, wenn du dich fürchten
tust. Und wenn was passiert, dann möchtest du mich verfluchen“
(S. 33). Es ist also nicht dem Verantwortungsbewußtsein des Arztes,
sondern ‚ausgerechnet’ dem der ‚Hure’ zu verdanken, daß es nicht
zum Sexualakt kommt. Und auch sonst behandelt Fridolin die Prostituierte
auf eine Art aufmerksamer als Albertine: „Das Tor fiel hinter ihm zu,
und Fridolin prägte mit einem raschen Blick seinem Gedächtnis
die Hausnummer ein, um in der Lage zu sein, dem lieben armen Ding morgen
Wein und Näschereien heraufzuschicken“ (S. 33).
Auch
dieses Erlebnis kann also nicht Fridolins Hunger nach Rache, Ausbruch und
Abenteuer stillen. Schnitzler zitiert hier ein klassisches Motiv des Abenteuerromans,
wenn er der als geregelt, geordnet und monoton geltenden bürgerlichen
Existenz das Ausbrechen in Unbekanntes, Unerwartetes, Nie-zuvor-Erlebtes
entgegenstellt:
„seit dem Abendgespräch mit Albertine rückte er immer weiter fort aus dem gewohnten Bezirk seines Daseins in irgendeine andere, ferne, fremde Welt“ (S. 34).
Entscheidend ist hierbei die Unzufriedenheit mit der alltäglichen Situation; die begehrte Welt muß nicht wirklich besser sein, sie kann sogar fiktiv oder partiell bleiben, solange sie wenigstens anders, also weit entfernt, neuartig oder unbekannt ist. Dies deckt sich mit der prickelnden Spannung, die die Begegnungen mit Marianne und Mizzi auslösen, auch wenn es letztlich gar nicht zu sexuellen Handlungen kommt und die beiden innerhalb bürgerlicher Konventionen auch sehr gewagte bis unmögliche Optionen für eine längerfristige Beziehung darstellen.
Während der Fahrt in der Kutsche kommen selbst Fridolin Zweifel ob seines Wagemuts. Doch eine „transzendentale Obdachlosigkeit“ (G. Lucács), ein Entfremdungsgefühl, welches Fridolin vielleicht nicht nur in erotischer Beziehung empfindet, sondern auch in der modernen Urbanität, etwa wenn er „die in Dunst verschwimmende, von tausend Lichtern flimmernde Stadt“ (S. 48) mit ihren vielen Optionen und wenigen Gewißheiten betrachtet, läßt ihn im unklaren, wo sein Platz ist. Wohin soll er, angenommen, er machte einen Rückzieher, denn hin?: „Zu der kleinen Pierrette? Oder zu dem Dirnchen in der Buchfeldgasse? Oder zu Marianne, der Tochter des Verstorbenen? Oder“ - diese Möglichkeit kommt ihm erst zu letzt, gar „nach Hause“ (S. 48)? Nein, er sehnt sich „nirgendshin (...) weniger (...) als gerade dorthin“ (ebd.). Dem Alltag und seinem vertrauten Platz in der bürgerlichen Welt vorübergehend entzogen, ist Fridolin verwirrt von der Palette der aufschimmernden Möglichkeiten. Schnell taucht hier die Rückerinnerung an die Gewohnheiten als schützendes Moment auf, um der Verunsicherung wieder Herr zu werden:
Doch
eine ungestillte Sehnsucht läßt ihm den Weg nach Hause als den
„weiteste(n)“ (ebd.) erscheinen. Es gibt kein Zurück für
Fridolin; - seine Triebe (Begehren und Lust), das, was die Psychoanalyse
als Es benennt, setzen sich gegenüber dem Über-Ich,
den gesellschaftlichen Normen und Sollensforderungen (Moral, Ehepflichten,
Verantwortung als Arzt, Gatte und Vater), durch. Einmal ausgebrochen aus
den bürgerlichen Konventionen, die Opposition von Es und Über-Ich
wenigstens für eine Nacht zugunsten des Auslebens der Triebe und Wünsche
entschieden, gibt es für Fridolin kein Halten mehr: „Weiter meinen
Weg, und wär‘s mein Tod“ (S. 49) scheint er bereit, seine Existenz
zu opfern. Tatsächlich gibt er mit dieser Entscheidung zumindest vorübergehend
sein bürgerliches Leben auf, in dem er mit den damit verbundenen
Werten wie Verantwortungsbewußtsein oder Treue - und sei es für
eine Nacht - (ansatzweise) bricht.
Nachdem
sich Fridolin endlich Zugang zu der geheimnisvollen Gesellschaft in der
Villa verschafft hat (die Parole lautet, deutlicher geht es kaum: „Dänemark“),
spitzt sich die Situation gefährlich zu. Eine als Nonne verkleidete,
unbekannte Frau warnt Fridolin vor den Folgen einer Entdeckung und fordert
ihn eindringlich zum Verlassen der Zeremonie auf. Doch Fridolins Sehnsucht
nach einem erotischen Abenteuer, der Reiz der verborgenen Lüste, der
existentielle ‚Kick’, sich in einer Situation zwischen Begehren, Lust,
Leben und Tod zu befinden, eventuell alles auf‘s Spiel zu setzen für
diesen Moment, ist stärker als jede Vernunft. Verlockender und bedeutsamer
als die gewohnte Rationalität erscheint da schon, daß „unter
den schwarzen Seidenspitzen der Larve“ der unbekannten Frau „ein
blutroter Mund (leuchtete)“ (S. 50). Schon bei seinem Versuch, Nachtigall
zu überzeugen, hatte Fridolin in einem seiner wenigen selbstreflexiven
Momente gestanden: „Ich weiß schon, daß es ‚gefährlich‘
ist, - vielleicht lockt mich gerade das“ (S. 41). Schließlich
ist es gerade die üblicherweise den Alltag des bürgerlichen Individuums
bestimmende Vernunft, die im Ehe-Alltag (nicht nur) von Albertine und Fridolin
Lust-tötend wirkt.
Die
Gäste auf diesem geheimnisvollen Ball tragen zunächst Mönchskutten
und Nonnengewänder, kirchliche Musik ist zu hören. Doch dann
schlägt die ‚geistliche Messe’ in eine sehr weltliche Zeremonie um,
die Hüllen fallen („alle mit dunklen Schleiern um Haupt, Stirn
und Nacken, schwarze Spitzenlarven über dem Antlitz, aber sonst völlig
nackt“, S. 51), die Triebe triumphieren über die bürgerlichen
Konventionen. Es scheint, als könne Fridolin an diesem Ort sein Begehren
nach einer triebhaften, lustvollen, hingebungsvollen, spannungsreichen
Erotik ausleben: „Fridolins Augen irrten durstig von üppigen zu
schlanken, von zarten zu prangend erblühten Gestalten; - und daß
jede dieser Unverhüllten doch ein Geheimnis blieb und aus schwarzen
Masken als unlöslichste Rätsel große Augen zu ihm herüberstrahlten,
das wandelte ihm die unsägliche Lust des Schauens in eine fast unerträgliche
Qual des Verlangens“ (ebd.). Fridolin jedoch wird ertappt, bevor er
seine erotischen Wünsche ausleben kann; - er ist als ungebetener Eindringling
mit dem Tod bedroht. Die geheimnisvolle Frau erklärt sich bereit,
sich für ihn zu opfern - doch als sie ihren Schleier, der als Symbol
für (den Wunsch nach) ‚Unberührtheit’ gelesen werden kann, schließlich
abnimmt, wird Fridolin „von unwiderstehlichen Armen erfaßt, fortgerissen“
(S. 59) und aus dem Saal gedrängt, noch bevor er „das Bild ihres
Antlitzes zu erhaschen vermochte“ (ebd.). Auch dieses erotische Abenteuer
bleibt also ohne Erfüllung - wie alle anderen in der Novelle, denn
keines war „zu Ende gelebt worden“ (S. 55 f). Statt dessen liegt
die Todesdrohung nun über der begehrten Frau.[2]
Aus
der Verstörung, die das Beichten von mehr oder weniger alten Geschichten
des Begehrens Dritter bei den beiden Ehepartnern ausgelöst hatte,
ist eine Identitätskrise geworden. Wer auch immer die Frau war, die
bereit war, ihr Leben für Fridolin zu opfern - war das nicht die bedingungslose,
leidenschaftliche, ‚wahre’ Liebe? So überrascht es nicht, daß
Fridolin sich in der Folge als Detektiv versucht - er will die ‚Wahrheit’
herausfinden (an dieser Stelle tritt zum Motiv des Abenteuerromans das
des Detektiv- bzw. Kriminalromans). Schon beim zwangsweisen Verlassen der
Villa besinnt er sich darauf, daß er sich „nur alles genau einpräge“
(S. 59) und beschwört die Notwendigkeit, „das Haus (und damit
auch sein Begehren?; Anmerkung: K. H.) wieder(zu)finden“ (ebd.).
Er ist „entschlossen, auf alle Gefahr hin die Aufklärung des Abenteuers
(...) in Angriff zu nehmen“ (S. 59 f.) und um jeden Preis will er die
Identität der „unbegreifliche(n) Frau“ (S. 60) in Erfahrung
bringen, „die in dieser Stunde den Preis für seine Rettung bezahlte“
(ebd.).
Tief
beeindruckt ist er – allen von bürgerlichem Ethos geprägten,
seine Schuld rechtfertigenden und „Beschämung“ (S. 62) abwehrenden
Mutmaßungen über ein Dasein „diese(r) Weiber“ (S. 60)
als „Dirnen“ (ebd.) zum Trotz – von dem Umstand, daß er offensichtlich
eine solche Ausstrahlung auf die Unbekannte auszuüben im Stande war,
daß sie zu diesem Opfer bereit war: „Vielleicht gibt es Stunden,
Nächte, dachte er, in denen solch ein seltsamer, unwiderstehlicher
Zauber von Männern ausgeht, denen unter gewöhnlichen Umständen
keine sonderliche Macht über das andere Geschlecht innewohnt?“
(S. 60 f.). Auch hier also wieder das Motiv der Bestätigung des Wunsches,
begehrt zu werden; in diesem Falle gekoppelt mit einer Mischung aus Understatement
respektive Selbstmitleid („keine sonderliche Macht über das andere
Geschlecht“) und Allmachtsphantasien („unwiderstehlicher Zauber“).
Der Topos von der Frau als ‚Hure’ oder ‚Heilige’ taucht in Form eines Zwiespaltes
auf. Gegen die „Beschämung“ (s. o.) mag es sicherlich helfen,
die Unbekannte zur Prostituierten zu ‚degradieren’. Für das noch nicht
‚gestillte’ Begehren und das Interesse an ihrer Person ist es jedoch hilfreicher,
der Frau wieder ‚Ehre’ zukommen zu lassen: „in ihrer Stimme, in ihrer
Haltung, in dem königlichen Adel ihres unverhüllten Leibes
war etwas gewesen, das unmöglich Lüge sein konnte“ (S. 60,
Hervorhebung
K. H.).
Dergestalt
geadelt,
kann Fridolin sein Verlangen vor sich selbst rechtfertigen:
„Er
schwor sich zu, nicht zu ruhen, ehe er das schöne Weib wiedergefunden,
dessen blendende Nacktheit ihn berauscht hatte“ (S. 63). Erst spät
auf seinem Nachhauseweg denkt er an Albertine,
„doch
so, als hätte er auch sie erst zu erobern, als könnte sie, als
dürfte sie nicht früher wieder die Seine werden, ehe er sie mit
all den andern von heute nacht, mit der nackten Frau, mit Pierrette, mit
Marianne, mit dem Dirnchen aus der engen Gasse hintergangen“ (ebd.).
So
überwiegen die Rachegelüste („hintergangen“) und der Wunsch,
dem wilden Begehren einmal freien Lauf zu lassen („mit all den andern
von heute nacht“) über das Wissen, am Ende ohnehin ‚in den Hafen
der Ehe’ einzulaufen („wieder die Seine werden“) – wie es sich für
einen angesehenen Arzt in der gegebenen Gesellschaft geziemt. Neben dem
Besitzdenken („die Seine“ – und niemanden anderes) kann man hier
auch ein gewisses Leistungsideal heraus lesen – wenn schon die Ehefrau
betrügen, dann wenigstens richtig („ehe er sie mit all den andern“...
– eine einzelne reicht nicht und es geht auch nicht um die
konkrete
Person,
sondern um die Verletzung und das daraus resultierende Rachebedürfnis)...
Für Fridolins von bürgerlich-patriarchaler Leistungsideologie
geprägtes Denken spricht auch sein Eindruck einer „unsinnige(n)
Nacht mit ihren läppischen (sic!, K. H.), abgebrochenen Abenteuern“
(ebd.), von der „heimzukehren (...) ihm geradezu lächerlich (erschien)“
(ebd.). Es ist nicht gerade männeruntypisch, Erotik nur dann Ernst
zu nehmen, wenn sie im Geschlechtsverkehr gipfelt. Sich so noch im Akt
des Fremdgehens als Versager fühlend, wünscht sich der Arzt in
einem Schub von Selbstmitleid (und Verzweiflung!) gar, „mit einem Messerstich
zwischen den Rippen (...) in der verlorenen Gasse zu liegen“ (ebd.).
Doch
für einen Moment sinniert Fridolin vor dem Hintergrund einer “Todeskrankheit“
(ebd.), mit der er sich womöglich bei seiner Arbeit angesteckt hat,
dann doch über die durchaus gesellschaftskritische Frage, ob man das
eigene Leben „immer nur aus Pflicht (...) aufs Spiel setzen“ (ebd.)
solle, anstatt aus „Laune, aus Leidenschaft“ (ebd.): während
er an Wohnhäusern vorbeizieht, in denen allmählich Menschen erwachen,
die „in ihren Betten sich recken und rüsten zu ihrem armseligen,
sauren Tag“ (S. 64) – in einem Moment der Reflexion gesellschaftlicher
Realität also. Mehr aus Gewohnheit denn aus einem Bedürfnis heraus
kehrt auch Fridolin in den Alltag zurück - zu seiner schlafenden Frau.
Doch
auch Albertine rächt sich für die Verletzung, die ihr die Vorstellung
zufügte, daß Fridolin bereit gewesen wäre, für ein
unbekanntes, kleines Mädchen am dänischen Strand Ehe und Beziehung
aufs Spiel zu setzen. Sie ‚bedient’ sich dazu des „Mediums, das allein
geeignet ist, ‚sowohl Glücks- als Unglücksgefühle quasi
chemisch rein darzustellen‘“: des Traumes“ (Schnitzler, zitiert nach
Scheible, S. 113), mittels dessen wir „zu letzten Gefühlswahrheiten
kommen, deren sich im Wachsein unsre Eitelkeit schämt“ (ebd.).
Es ist ein Bewußtseinsstrom, ein stream of consciousness,
der Albertines Traum durchzieht. Denn Schnitzler hält als Autor (gedanklich
nahe am zeitgenössischen Psychoanalytiker Sigmund Freud und dessen
Traumdeutung)
nichts davon, den Traum - sei es in der ‚Realität’, sei es in der
Literatur - als pure, bedeutungslose Phantasie abzutun. Vielmehr läßt
der Traum Eingeständnisse, Bedürfnisse und Begehren zu, deren
wir uns im Wachzustand nicht gewahr werden wollen. Tatsächlich fällt
es auch Albertine nicht leicht, ihren Traum zu erzählen: „In Worten
lassen sich diese Dinge eigentlich kaum ausdrücken“ (S. 69) sagt
sie, und doch ist es wohl weniger Sprachlosigkeit, sondern eher die Angst
vor den innerhalb des Traumes zu Tage tretenden unterbewußten Bedürfnissen
und Wünschen, die sie dazu bringt, ihr „Gesicht in den Händen
gleichsam verborgen“ (ebd.) zu halten. Vielleicht versucht sie sich
auch nur zu konzentrieren und die Außeneinflüsse abzuwehren,
die die Erinnerung an einen Traum häufig so schwierig machen (siehe
auch dazu Freuds Traumdeutung von 1900).
Man
muß jedenfalls kein Experte (noch nicht einmal ein Anhänger!)
psychoanalytischer Traumdeutung sein, um einige Passagen von Albertines
Traumerzählung für bemerkenswert zu erachten. Schon der Beginn
ihrer Erzählung läßt aufhorchen. Wenn sie am Anfang des
(erinnerten) Traumes „wie eine Schauspielerin auf die Szene“ (S.
66) tritt, und zwar genau in dem Zimmer, welches mit der Erinnerung an
die Verlobung mit Fridolin verknüpft ist, liegt es da nicht nahe,
eine Parallele zur bürgerlich-patriarchalen Realität zu ziehen,
die Frauen erst im Moment ihres Status als Ehefrau oder Mutter ernst nimmt
und ihnen vor der Hochzeit keinen eigenständigen Wert zubilligt? Und
ist nicht die Repräsentation sowohl die Aufgabe der (Ehe-)
Frau wie die des Schauspielers? Und schon „morgen sollte unsere Hochzeit
sein“ (ebd.) - ging es vielleicht etwas zu schnell? Hätte sich
Albertine nicht vielleicht insgeheim gewünscht, zwischen dem Verlassen
des Elternhauses und dem Beginn der Ehe ein wenig Zeit zu haben, ein eigenständiges,
‚freies’, unabhängiges Leben zu führen, womöglich auch (Liebes-)
Erfahrungen zu machen? Gerade mal „Sechzehn vorbei“ (S. 18) war
Albertine gewesen, als sich die beiden verlobten. Schon während der
ersten Aussprache in der Novelle stellt sie die fordernde und provozierende
Frage danach, wie Fridolin wohl reagiert hätte, „wenn es auch mir
beliebt hätte, zuerst auf die Suche zu gehen“ (ebd.). Sie ist
sich offensichtlich bewußt um die patriarchalen Strukturen, die lediglich
dem männlichen Teil der Gesellschaft das Sammeln von (sexuellen) Erfahrungen
vor der Ehe zubilligen. Auch wenn sie sagt „Ach, wenn ihr wüßtet“
(ebd.) und mit der Verwendung des Plurals nicht mehr nur Fridolin allein,
sondern gleich alle Männer meint, deutet das ebenfalls auf ihr Bewußtsein
über die Unterdrückung weiblicher Sexualität in der bürgerlichen
Gesellschaft hin. In ihrer in diesem Zusammenhang bekundeten Bereitschaft,
die gesellschaftliche Konvention zu brechen, indem es für sie damals
durchaus denkbar gewesen sei, den sexuellen Akt mit Fridolin auch vor der
Ehe zu vollziehen („er könnte von mir in dieser Nacht alles haben,
was er nur verlangte“, S. 18 f.), drückt(e) sich bereits ihre
(‚innere’ bzw. potentielle) Rebellion gegen die genannten Verhältnisse
aus. Für diesen Blickwinkel spricht auch, daß sich im (erträumten!)
Kleiderschrank „statt des Brautkleides eine ganze Menge von anderen
Kleidern“ (S. 67) befanden, nicht zu verachtende zumal, „Kostüme
eigentlich, opernhaft, prächtig, orientalisch“ (ebd.).
‚Träumen’
viele Frauen (Menschen jeglichen Geschlechts) nicht gelegentlich von einer
solchen Auswahl hübscher Kleider (= Entscheidungsmöglichkeiten
/ = Partner?), zumal wenn sie regelrecht exotisch („orientalisch“)
anmuten, also mit Freiheit, Abenteuer und Aufregung verbunden sind? Auch
Albertine ist sich in ihrem Traum noch keineswegs sicher, welches Kleid
sie „denn nur zur Hochzeit anziehen (soll)?“ (ebd.). Dies kann auch
als Wunsch verstanden werden, die eigene Rolle und Position selbst bestimmen
zu wollen. Und bevor sie Zeit hat, sich zu entscheiden, „(d)a fiel der
Schrank plötzlich wieder zu oder war fort, ich weiß es nicht
mehr“ (ebd.).
War
mit der Eheschließung das kurze Beschnuppern der weiten Welt und
seiner Möglichkeiten, kurz: die Freiheit, schon wieder zu Ende und
folgten dem Brautkleid Alltagskleidung und bald Umstandsmoden? Albertine
„weiß es nicht mehr“, - vielleicht weil sie ohnehin keine
Alternative, keine Wahl gehabt hätte? Vielleicht drängten die
Eltern, vielleicht Fridolin, vielleicht gehört es sich einfach nicht
für eine attraktive erwachsene Frau, nicht verheiratet zu sein - zumal
im bürgerlichen Wien der Jahrhundertwende? Das muß nicht heißen,
daß die Ehe von Anfang an ein Fehler war, zumindest liebten sich
die beiden auch in Albertines Traum „sehr“ (ebd.). Doch „trotz
der innigsten Umarmung war unsere Zärtlichkeit ganz schwermütig
wie mit einer Ahnung von vorbestimmtem Leid“ (S. 67 f.) - klingen hier
schon die Sorgen des Alltags, der Kindererziehung, der Mutter- und Berufspflichten
an? Zumindest scheint nach der anfänglichen Leidenschaft und empfundenen
Intimität keine Leichtigkeit und Unbeschwertheit mehr in der gemeinsamen
Zärtlichkeit zu liegen - ganz im Gegensatz zu „der Gelöstheit,
der Freiheit, dem Glück“ (S. 70), welches Albertine später
„in diesem Traum empfand“ (ebd.). Und zwar ausgerechnet in einem
Moment, in dem Fridolin „hingerichtet“ (sic!) (ebd.) werden sollte,
während Albertine auf einer Wiese in einer „unendliche(n) Flut
von Nacktheit, die mich umschäumte“ (ebd.) in den Armen eines
Mannes lag, der sie „umschlungen hielt“ (S. 70) und aussah „wie
der Däne“ (S. 68), wenngleich er „immer derselbe und immer
ein anderer“ (S. 69) war.
Selbst
wenn Fridolin als im Berufsleben stehender Naturwissenschaftler nicht allzu
viel auf den ‚Realitätsgehalt’ von Träumen geben sollte - es
verwundert nicht, daß ihm beim Zuhören „die Kehle trocken“
(S. 69) wird.
So
‚träumt’ Albertine - (abermals eine Parallele, hier zu Fridolin auf
dem geheimnisvollen Maskenball) - davon, daß sich jemand (in diesem
Fall Fridolin selbst) für sie opfert. In Albertines Fall muß
man jedoch mehr noch als bei der Unbekannten in der Geheimgesellschaft
davon sprechen, daß Fridolin geopfert wird - und zwar von
Albertines Unterbewußten selbst. Wenn Fridolin in Albertines Traum
seine Rolle als Gatte, nicht als Liebhaber erfüllt; wenn er sich um
ihre Kleider und damit ihre soziale Existenz sorgt, während sie ihrem
Begehren folgt, „die Melodie eines Tanzes, die wir auf der Redoute gehört
haben“ (S. 68) im Ohr, sich „leicht“ (ebd.) und „glückselig“
(ebd.) in der träumerischen Freiheit fühlend; - dann ist Fridolin
für Albertine der fürsorgliche, vielleicht sogar etwas zu paternalistische
Familienvater und Arzt, nicht aber der begehrenswerte ‚sexy Liebhaber’.
Das spiegelt den Eindruck wider, daß Fridolin gar nicht mehr in der
Lage ist, Albertine als sexuell-attraktive Frau zu sehen und nicht nur
als Gattin oder Mutter. Daher wohl auch Albertines (Traum-) Wunsch, „viel
schöner, als ich je in Wirklichkeit war“ (ebd.) zu erscheinen
- auch sie fühlt sich offensichtlich im Alltag nicht genügend
begehrt und daher unattraktiv.[3]
Dennoch
ist das eine Selbsteinschätzung, zu der es weder in Schnitzlers Novelle
noch in Kubricks eng am Original angelegter filmischer Adaption real begründeten
Anlaß zu geben scheint - zumindest wird Albertine in beiden Werken
als durchaus attraktiv gezeichnet („reizende (...) Frau“, S. 27;
Nicole Kidman als Albertine in Eyes Wide Shut).
Es
verwundert auch nicht, daß all „die schönsten Dinge“
(S. 69), die Fridolin im Traum für Albertine kauft („Kleider, Wäsche,
Schuhe, Schmuck“, ebd.) in die „kleine gelblederne Handtasche“
(ebd.) des Dänen hineinpassen - es ist eben eine große, weite,
ja „die ganze Welt“ (ebd.) des Begehrens, für die der Däne
symbolisch steht, zudem er im Gegensatz zu Fridolin auch sonst mit einer
„Aura
der Weltläufigkeit“ (Scheible, a. a. O., S. 116) behaftet ist [4].
Folgerichtig ist er im Traum „immer derselbe und immer ein anderer“
(S. 69).
Daß
die Geständnisse aus der Zeit des Dänemark-Urlaubs auch an Albertine
nicht spurlos vorbei gegangen sind, zeigt sich u. a. darin, daß das
von Fridolin am Strand begehrte Mädchen eine zentrale Rolle in ihrem
Traum bekommt. Als Fürstin (!) des Traum-Landes, deren Gefangener
Fridolin wird, gebührt ihr die Entscheidung über Leben, Begnadigung
(im Falle des sexuellen Gehorsams und wenn er ihr Geliebter wird) und -
nachdem Fridolin dies verweigert - seinen Tod. Als Fridolin ihr zweites
Gnadenangebot ebenfalls ablehnt, wird er unter Albertines schallendem Lachen
ans Kreuz geschlagen... (s. S. 70 - 72).
Dieser
Traum offenbart also nicht nur Albertines Sehnsüchte, sondern auch
eine tiefe Entfremdung und ein großes Rachebedürfnis:
„Ich
aber fand dein Gebaren über alle Maßen töricht und sinnlos,
und es lockte mich, dich zu verhöhnen, dir ins Gesicht zu lachen,
- und gerade darum, weil du aus Treue zu mir die Hand einer Fürstin
ausgeschlagen, Foltern erduldet und nun hier heraufgewankt kamst (...)
ich wußte: wir waren aneinander vorbeigeflogen (...) Und so lachte
ich auf, so schrill, so laut ich konnte. Das war das Lachen, Fridolin,
- mit dem ich erwacht bin“ (S. 72).
Fridolin
wird Zeuge dieses Gelächters, nachdem er das eheliche Schlafzimmer
betreten hat. Die Fremdheit der beiden könnte in diesem Moment kaum
deutlicher hervortreten. Schon als Fridolin die noch schlafende (träumende)
Albertine betrachtet, wirkt sie auf ihn wie eine Fremde, „es war ein
Antlitz, das Fridolin nicht kannte“ (S. 64). Die Situation erscheint
explosiv, es verwundert beinahe, daß es nicht zu Gewaltakten kommt[5].
Fridolin hegt indes den Gedanken, Albertine könnte um seine nächtlichen
Erlebnisse wissen (s. S. 65) und „er hütete sich, sie zu berühren.
Ein Schwert zwischen uns, dachte er“ (S. 65).
Nachdem
Albertine ihre Erzählung beendet hat, zeigt sich in Fridolins Reaktion
neben dem Schock, der stillen Wut und der Eifersucht ein abermals gesteigertes
Rachebedürfnis:
„Auch
er rührte sich nicht und sprach kein Wort. Jedes wäre in diesem
Augenblick matt, lügnerisch und feig erschienen. Je weiter sie in
ihrer Erzählung fortgeschritten war, um so lächerlicher und nichtiger
erschienen ihm seine eigenen Erlebnisse, so weit sie bisher gediehen waren,
und er schwor sich zu, sie alle zu Ende zu erleben, sie ihr dann getreulich
zu berichten und so Vergeltung zu üben an dieser Frau, die sich in
ihrem Traum enthüllt hatte“ (S. 72 f.).
An
dieser Stelle zeigt sich allerdings auch ein gewisses Mißverhältnis
zwischen den beiden: Fridolin genügt die gedankliche Untreue
allein noch nicht, er meint, sie ausleben zu müssen um jeden
Preis.
Dabei
übersieht er die mögliche ‚therapeutische’ Wirkung, die im Traum
liegen kann. So ist es eben nicht Albertines Traum, der die Beziehung zerstört,
wie er fälschlicherweise glaubt. Ihr Traum wirft lediglich ein Licht
auf den Zustand der Beziehung. Wenn Albertine Fridolin ihren Traum getreulich
erzählt, hat sie diesen Moment erkannt und ist bereits erwacht,
während Fridolin für diese Erkenntnis noch einen weiteren Tag
benötigen wird, bevor auch er von seinen Erlebnissen und Wünschen
erzählen kann.
Und
dennoch bleibt die Beziehung zu Albertine immer der Bezugsrahmen auch für
Fridolins Gefühle; „wie sehr er diese Frau auch zu hassen gewillt
war“ (S. 73), muß er doch feststellen, daß er „eine
unveränderte, nur schmerzlicher gewordene Zärtlichkeit (für
Albertine, K. H.) empfand“ (S. 73).
Auch
wenn letztlich nicht ganz klar ist, ob nicht auch Fridolins nächtlicher
Streifzug nur ein Wunschtraum war (an einer Stelle heißt es etwa:
„Er
lachte und hörte sich, wie man sich im Traume hört“, S. 53),
so macht die Vorstellung, Fridolin habe seine Abenteuer wirklich erlebt,
während Albertine sie geträumt hat, aus verschiedenen Überlegungen
heraus Sinn.[6]
Zunächst
möchte ich hier festhalten, daß die konkrete literarische Vorlage
selbst diese Unterscheidungen macht - zumindest werden Erlebnisse, Gedanken,
Gefühle und Träume als solche benannt. Und immer, wenn auch in
der Traumnovelle der Realitätsgehalt von Fridolins Abenteuern
in Frage gestellt scheint (z. B. S. 101, Albertines Maskenfund: „Wirklichkeit?“),
spart auch Schnitzler selbst nicht mit rasch nachgereichten ‚rationalen’
Erklärungsmustern, wobei diese wiederum die These der ‚Verwischungs-Strategie’
nahelegen, in dem sie manchmal seltsam unglaubwürdig ‚argumentieren’.[7]
Für wesentlich
ergiebiger als die Spekulation über ‚Traum’ oder ‚Wirklichkeit’ (ohnehin
ein wenig absurd im Falle von Literatur, welche ja per se nicht ‚real’
im Sinne einer Dokumentation ist) halte ich - auch vor dem Hintergrund
von Schnitzlers oben skizziertem Standpunkt der Bedeutung von Träumen
- eine tiefere Text- und Inhaltsanalyse im konkreten literarischen
und gesellschaftlichen Kontext.
Im
Falle von Albertines innerem und Fridolins äußerem
Erleben
drückt sich beispielsweise auch die Geschlechterhierarchie der bürgerlichen
Gesellschaft aus: das äußere, das gesellschaftliche Leben ist
dem Manne vorbehalten, das innere, private das Refugium der Frau. Und es
entspricht durchaus gesellschaftlicher Realität, daß Fridolin
unter beruflichem Vorwand das Haus verläßt, während Albertine
zu Hause bleibt (bleiben muß), um das Kind zu hüten. An der
Parallelität der Gefühlswelten, an der Doppelstruktur (und Doppelbödigkeit)
der im Arbeitstitel „Doppelnovelle“ benannten Erzählung, ändert
das vor dem Hintergrund der skizzierten Ernsthaftigkeit und Bedeutung des
Geträumten ohnehin wenig. Albertine ist in diesem Sinne sogar weiter
als Fridolin, da ihr bewußt scheint, daß das Traum-Begehren
sehr wohl von Bedeutung und wichtig zu nehmen ist, während sich Fridolin
einbildet, er könne seine Erlebnisse zunächst als Traum tarnen
und damit scheinbar herunterspielen (s. S. 101).
Fridolins
‚Mißtrauen’ gegenüber dem Traume wie auch sein ‚bodenständiges’
Selbstbild drücken sich auch darin aus, daß für ihn „Alles
in Ordnung“ (S. 63) ist, solange er nur „völlig wach“ (ebd.)
ist.[8]
Und während Albertine der Traum genügt (genügen muß),
um ihre Gefühle und Wünsche zu verarbeiten und aufzuspüren,
muß Fridolin am nächsten Tag durch die Stadt laufen und Privat-Detektiv
bzw. „Geheimpolizist“ (S. 93) spielen, um Erkenntnisse für
sich zu gewinnen. Das Ablaufen der nächtlichen ‚Tatorte’ am folgenden
Tag ist nämlich im wesentlichen als ein Akt der Verarbeitung der Geschehnisse
zu verstehen: Fridolin will letztlich Klarheit über sich selbst.
Dabei relativiert er im übrigen seine Erfahrungen auch, etwa wenn
er bezüglich der Geheimgesellschaft und des Opfers der Unbekannten
von einer „Komödie“ (S. 79) spricht („Warum er nur immer
wieder sich einbilden wollte, daß es wirklich ein Opfer gewesen war!
Eine Komödie. Selbstverständlich war das Ganze eine Komödie
gewesen“ (S. 79 f.)).
Ansonsten ist der Tag
mit erotischen Rückschlägen und wenigen Erkenntnissen verbunden:
der Maskenverleiher Gibiser entpuppt sich als Zuhälter seiner Tochter;
die erneute Begegnung mit Marianne verläuft keineswegs so, wie er
es sich vorgestellt hat, denn auch mit ihr wird es nichts; die Prostituierte
Mizzi liegt bereits krank im Hospital und als Fridolin versucht, die Unbekannte
zu finden, die sich für ihn geopfert hat, enden seine Nachforschungen
im Leichenschauhaus.
Dort
findet er eine Selbstmörderin, in deren Leiche er die Gesuchte vermutet.
Es ist sich aber keinesfalls sicher. Beim Anblick der Leiche wird ihm vielmehr
bewußt, daß er sich in der Unbekannten, „deren Antlitz er
nicht kannte“ (S. 94), immer nur seine Frau, daß er sich sie
immer „mit den Zügen Albertinens vorgestellt hatte, ja, daß
ihm, wie er nun erst erschaudernd wußte, ununterbrochen seine Gattin
als die Frau vor Augen geschwebt war, die er suchte“ (ebd.). Hier offenbart
sich nachträglich auch Fridolins ambivalenter Wunsch, Albertine solle
sich für ihn ‚opfern’, damit wie nach einer Katharsis eine
neue Liebeshoffnung wachsen kann.
Erst
diese Rückschläge des nächsten Tages also, das ‚Sich-Entziehen’
der von Fridolin scheinbar begehrten Personen, führen zu einer Rückwendung
zu seiner Frau und bringen ihn gewissermaßen ‚auf den Teppich’. Denn
all seine nächtlichen Erlebnisse führen Fridolin letztlich wieder
zu Albertine (seine ‚Flucht’ schlägt auf die Ausgangsbasis zurück)
und sie bestätigen - für Fridolin wohl selbst überraschend!
- , was er schon bei der ersten Aussprache zu ihr gesagt hatte: „in
jedem Wesen, das ich zu lieben meinte, habe ich immer nur dich gesucht“
(S. 18). Tatsächlich war jede von Fridolins erotischen Begegnungen
immer mit Gedanken an seine Frau verbunden. Dies wird ihm jedoch erst Schritt
für Schritt bewußt, denn Fridolin hält seine Augen besonders
„wide shut“:
„Ein
Gefühl von Zärtlichkeit, ja von Geborgenheit, wie er es nicht
erwartet, durchdrang sein Herz“ (S. 101), als er endlich nach Hause
zurückgekehrt ist.
Noch hat er nicht begriffen,
daß es beinahe keinen Unterschied macht, ob er alles erlebt oder
nur geträumt hat, und so beschließt er, Albertine seine Abenteuer
so zu erzählen, „als wäre alles, was er erlebt, ein Traum
gewesen - und dann, erst wenn sie die ganze Nichtigkeit seiner Abenteuer
gefühlt und erkannt hatte, wollte er ihr gestehen, daß sie Wirklichkeit
gewesen waren“ (ebd.). Doch er ist längst ertappt: als er abends
nach Hause kommt, liegt seine Maske auf dem Kopfkissen neben Albertine.
Durch Albertines „scherzhafte, fast übermütige“ (S. 102)
Plazierung der Maske auf Fridolins Kissen, „in der zugleich eine milde
Warnung und die Bereitwilligkeit des Verzeihens ausgedrückt schien“
(ebd.), kann er endlich erwachen. Dieses Erwachen ist gleichbedeutend mit
freiwilligem Erzählen. War er im ersten Kapitel der Traumnovelle
nur widerwillig bereit, von seinen Erlebnissen in Dänemark zu erzählen,
so bittet er nun „aus der Tiefe seines Herzens“ (ebd.) mit
dem Satz „Ich will dir alles erzählen“ (ebd.) darum.
Als
er morgens seine Beichte beendet hat, schlägt Albertine versöhnlich
vor, den Traum nicht mehr länger als Traum zu nehmen, sondern als
Beginn einer Phase des Erwachens: die Realitäten zu erkennen, die
ihre Beziehung prägen. Das Ende der Traumnovelle gibt auf diese
Art einen positiven Ausblick: selbst der „graue Morgen“ ist nun mit einem
„sieghaften
Lichtstrahl“ (Aufklärung!) (S. 103) und „einem hellen Kinderlachen“
(ebd.)
verbunden. Doch die Labilität der neugeordneten Beziehung wird noch
einmal betont: „‘Nun sind wir wohl erwacht‘, sagte sie - ‚für lange.‘
Für immer, wollte er hinzufügen, aber noch ehe er die Worte ausgesprochen
(...) flüsterte sie: ‚Niemals in die Zukunft fragen‘“ (ebd.).
Der Verlust der Leidenschaft und die Entfremdung können sich jederzeit
wiederholen, die Stabilität, die erreicht wurde, ist nur eine fragile:
„bis
es wie jeden Morgen um sieben Uhr an die Zimmertür klopfte“ (ebd.).
Der bürgerlich-kapitalistische Alltag lauert bereits bedrohlich vor
der Tür und die „gewohnten Geräusche von der Straße
her“ (ebd.) drohen mit neuer Alltäglichkeit. Dies verheißt
nichts Gutes für eine leidenschaftliche Beziehung...
Resümee:
Die
Traumnovelle
begleitet die Protagonisten Albertine und Fridolin über ein Stück
ihrer Beziehung hinweg. Ausgangspunkt ist die nicht immer glückliche
Synthese
aus Liebes- und Ehe-Alltag. Es ist ein „vollendetes Paradox“ (Gert
Sautermeister), daß die (Tatsache der) Liebe und das
Glück
hier keine Einheit (mehr) bilden. In dieser als ‚eingefahren’ zu
bezeichnenden Situation ihrer Beziehung kommt es zu Verstörungen
durch Dritte und Ansätzen eines Begehrens jenseits der Zweierbeziehung.
Das gegenseitige Eingeständnis und das beiderseitige Fallen- oder
Treibenlassen in die erotischen Wunschwelten (ob geträumt oder nicht)
führt bei beiden zu einer Identitätskrise, die in der
Folge zahlreiche gegenseitige Verletzungen mit sich bringt. Dabei liefern
sämtliche Ereignisse und Träume in der Novelle letztlich eine
Situationsanalyse
der Beziehung. Aus diesem ‚Material’ können die beiden ihre Beziehung
aber auch neu bestimmen. Am Ende kommt es so zu einer Wiederversöhnung,
deren Basis die während der ganzen Beziehungskrise immer unangefochtene
Tatsache der wechselseitigen Liebe der beiden ist.
Die ‚Gesellschaft’
ist keineswegs aktiver Gegner der Liebe und schon gar nicht der
von ihr als Norm eingeforderten Ehe der beiden (im Gegensatz zu anderen
„Liebeskonzeptionen“ in der Literatur - etwa Tristan und Isolde
oder Romeo und Julia). Auch von Standes- oder Klassenunterschieden
der beiden Partner ist in der Traumnovelle keine Rede. Doch die
gesellschaftlichen Normen, Konventionen, Verpflichtungen und Werte haben
einen deutlichen Leidenschaftsverlust zur Folge. Wer sich in Berufsleben
und bürgerlichem Konkurrenzkampf behaupten muß, wer für
Kind und Erziehung, für Reproduktion und Repräsentation sorgen
muß, wer kurzum von Arbeit, Pflichten und Leistungszwang notwendig
bestimmt ist, für den oder die wird es schwer, sich fallen zu lassen,
der Leidenschaft und Intimität den gebührenden (und erwünschten!)
Raum zu geben.
Die
Traumnovelle
ist dennoch eines der wenigen Prosawerke Schnitzlers, welches nicht in
einer Katastrophe (meist Trennung oder Tod) oder Resignation endet. Dies
ist dem Mittel des Traumes als Möglichkeit der Bewußtwerdung
des Unbewußten zu verdanken. Indem die „Schattengestalten“
(S. 13) der Traumwelten und damit auch intimste Gedanken und erotische
Wünsche ans Tageslicht befördert werden, kann der Traum als psychologisches
Hilfsmittel der Erhellung dienen – als Möglichkeit, das eigene Leben
in einem positiven Sinne neu zu ordnen und damit den erkalteten Leidenschaften
neuen Auftrieb zu geben. Bei mir selbst bleiben indes gewisse Zweifel,
ob dies allein ausreichen kann, wie ich am Schluß meiner Darstellung
andeute. Denn wenn es nach der hoffnungsvollen Versöhnung sogleich
„wie
jeden Morgen um sieben Uhr an die Zimmertür klopft(e)“ und sich
damit das kapitalistische ‚Hamsterrad’ von neuem zu drehen beginnt, erscheint
es als fragwürdig, wie lange der gewonnene ‚Frieden’ währt. Nichts,
aber auch gar nichts spricht dafür, daß nicht auch in Zukunft
der Gatte durch „sein(en) Beruf schon in früher Stunde“ (S.
12) gefordert sein wird und „Hausfrau- und Mutterpflichten (...) Albertine
kaum länger ruhen“ (ebd.) lassen werden, womit vorgezeichnet wäre,
daß auch künftighin „die Stunden nüchtern und vorbestimmt
in Alltagspflicht und Arbeit“ (ebd.) hingehen werden.
Die Bewußtwerdung
verborgener intimer Wünsche und Träume mögen Mittel sein,
dem Trott zu entgehen und aufmerksam und leidenschaftlich zu lieben. Den
leidenschaftstötenden Zwängen der bürgerlichen Gesellschaft
ist damit allein jedoch nicht zu begegnen. Dies bedürfte nichts weniger
als des „Umsturz(es) aller bisherigen Gesellschaftsordnung“ (Marx)...
Kursive
Zitate
nach: Arthur Schnitzler.
Traumnovelle
/ Die Braut, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2002
Danksagung
an
Inka
San, meine Geliebte, für alles, Torsten Schäfer
für
die psychoanalytischen Anregungen, Anna Margo Baude, meine Freundin
und aufmerksame Kommilitonin sowie an Gert Sautermeister für
ein überaus gelungenes Seminar.
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